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    Sowohl im Freistaat Sachsen als auch im benachbarten Brandenburg liegt die Heimat einer nationalen Minderheit, der Sorben, eines westslawischen Volkes. Besucher der Lausitz bemerken dies zuerst an den zweisprachigen Beschriftungen, zum Beispiel auf Wegweisern und Ortsschildern. Ab und zu begegnet man noch Menschen in Tracht, und besonders um die Osterzeit kann man die hiesigen Feste und Bräuche hautnah erleben – so beim Osterreiten in neun Kirchgemeinden.

    Gäbe es einen sorbischen Staat, er wäre nicht größer als eine typisch deutsche Kleinstadt. Rund 60.000 Sorben leben in Deutschland, davon etwa 20.000 Niedersorben in der brandenburgischen Niederlausitz und 40.000 Obersorben in der sächsischen Oberlausitz zwischen Kamenz / Kamjenc, Bautzen / Budyšin, Weißwasser / Běła Woda und Hoyerswerda / Wojerecy. Die Rechte der Sorben sind in den Verfassungen der Länder – des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg – verankert und dadurch besonders geschützt.

    Die »Hauptstadt« der Sorben ist Bautzen / Budyšin. Hier befindet sich das »Haus der Sorben«, in dem u. a. die Domowina e. V. und die Stiftung für das sorbische Volk ihren Sitz haben. Die hundertjährige Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. ist der Dachverband sorbischer Vereine und vertritt die Interessen des sorbischen Volkes in der Öffentlichkeit. In Bautzen finden wir auch das einzige bikulturelle Theater Deutschlands, das Deutsch-Sorbische Volkstheater. Außerdem arbeitet hier das Sorbische National-Ensemble – ein professioneller Kulturbetrieb mit den Sparten Chor, Ballett und Orchester sowie entstehender Musikakademie.  Ein reges Vereinsleben, sorbische Schulen, Laientheater- und Folklore-, Gesangs- und Tanzgruppen, aber auch sorbischsprachige Rundfunkprogramme und monatliche Fernsehsendungen sorgen dafür, dass die Kultur dieser slawischen Volksgruppe gepflegt wird.

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